Die AI-Welle rollt. Als nächstes vervielfältigt die Burgerkette Carl's Jr. ihre Markenbotschafterin Paris Hilton. 


11.02.2026

Es beginnt mit zwei jungen Männern, die auf der Motorhaube ihres Wagens ihre Burger essen und dabei kleckern. Kein Problem, denn passenderweise befindet sich gegenüber eine Autowaschanlage die spätpubertäre Träume wahr werden lässt. Ein Team aus AI-generierten Paris Hiltons nimmt sich der Reinigung des Fahrzeugs an und da es dabei naturgemäß nass wird, sind sie entsprechend gekleidet. Nach erfolgreicher Wäsche inspiziert die echte Paris Hilton das Ergebnis und befindet "Looking good, boys". Was auch immer damit gemeint ist.

   

Auch wenn es durch die eindringliche Präsenz der Hauptdarstellerin etwas in den Hintergrund gerät, es geht in dem Spot eigentlich um eine Promotion für "Buy One Get One for $ 1".

Für jüngere Zuschauer mag die Handlung wenig Sinn ergeben, denn sie ist eine Reminiszenz an einen legendären Spot von 2005. Die Wagenwäsche, das Outfit und der schwarze Bentley erinnern an den ikonischen Auftritt, mit dem Carl's Jr. seinerzeit Werbegeschichte geschrieben hat. 

2014 hat sich Carl's Jr. schon einmal darauf bezogen. Damals hat Hannah Ferguson ihren Truck gewaschen, am Ende kam Paris Hilton zu Hilfe. Natürlich ganz authentisch mit dem schwarzen Bentley.

Die Fastfood-Kette und ihre Schwestermarke Hardee's waren jahrelang bekannt für die provokante Darstellungen eines lasziven Verzehrs gestapelter Lebensmittel bekannt. Mit prominenter Unterstützung, unter anderem von Paris Hilton, Kim Kardashian, Kate Upton, Heidi Klum 2013 als Mrs Robinson in einer Reminiszenz an "The Graduate" (https://vimeo.com/1053324224), Hannah Ferguson, Sara Sampaio, Jenny McCarthy, Nina Agdal, Katherine Webb, Gizem Memic (Miss Turkey), Ashley Hartman, Emily Ratajkowski, Sara Jean Underwood und Charlotte McKinney im Super Bowl Spot 2015.


2017 verkündete die Gastronomie-Kette einen konsequenten Bruch mit der bisherigen Strategie, ab sofort wurde auf knapp bekleidete Models verzichtet. Ob die Wagenwäsche nur einmaliges Ereignis ist oder ob das Marketing der Burgerbrater grundsätzlich umschwenkt, lässt sich noch nicht sagen. Inmitten der Rückkehr zu konservativen Werten in Teilen der US-Gesellschaft ist die Kritik an dem Spot vorprogrammiert. Die Geschichte ist zwar eine süffisante und durchaus gelungene Parodie auf frühere Zeiten, aber es darf bezweifelt werden, dass alle Zuschauerinnen und Zuschauer das so sehen.


Offen ist auch, ob das Herantasten an AI-generierte Inhalte ein dauerhafter Teil der Marketing-Strategie von Carl's Jr. wird oder ob es bei dem aktuellen Thema gerade gut gepasst hat.


In jedem Fall steht die verwirrende Mischung aus synthetischer und echter Paris Hilton für ein grundsätzliches Glaubwürdigkeitsproblem, mit dem sich Unternehmen und Agenturen dringend auseinandersetzen müssen. Ob die Protagonistin am Ende wirklich real ist, kann man glauben oder nicht. Sicher ist für das geneigte Publikum mittlerweile nichts mehr.