
Frontier Airlines löst nach 30 Jahren das Versprechen eines Pepsi Super Bowl Spots ein.
07.02.2026
Das klingt im ersten Moment etwas skurril, dahinter steht aber eine wahre Geschichte. Im Jahr 1996 hat Pepsi einen Super Bowl Spot geschaltet, in dem ein Bonusprogramm für treue Kundinnen und Kunden propagiert wurde. Die gesammelten Punkte konnten in verschiedene Produkte umgetauscht werden, einige davon hat der Spot gezeigt. Da jeder zünftige Super Bowl Spot einen starken Schlussgag braucht, hat sich PepsiCo. den Scherz erlaubt, für 7 Mio. Punkte einen Harrier-Militärjet auszuloben. Was nie ernst gemeint war, auch wenn der Jet im Spot gezeigt wurde (er landete spektakulär vor einer High School). PepsiCo ist wahrscheinlich davon ausgegangen, dass niemand so viele Punkte sammeln könnte. Außerdem war es praktisch unmöglich, einen Militärjet zu verschenken.
Ein College-Student namens John Leonard hat das Versprechen wörtlich genommen. Er sammelte die nötige Anzahl an Punkten und forderte die versprochene Prämie ein. Als PepsiCo erwartungsgemäß abgewunken hat, hat John Leonard das Unternehmen auf Einhaltung der Werbeaussage verklagt. Der Richter hat seinen Anspruch letztlich abgewiesen. Mit der Begründung, es hätte jedem klar sein müssen, dass dieses Angebot nicht ernst gemeint war. Was viel über das Vertrauen in Werbung sagt, dem Kläger aber letztlich nicht geholfen hat.
Es überrascht nicht, dass der Fall seinerzeit durch die Medien ging. Netflix hat darüber sogar eine Dokumentation mit dem Titel "Pepsi, Where’s My Jet?" gedreht und eigentlich wäre die Geschichte damit abgeschlossen. Wäre nicht Frontier Airlines auf die Idee gekommen, das Versprechen von Pepsi nach 30 Jahren einzulösen. Zwar konnte auch der Billigflieger mit Sitz in Denver keinen Jet verschenken, aber zumindest dessen Nutzung. Die Fluglinie hat Kontakt mit John Leonard aufgenommen und ihm angeboten, seine 7 Mio. Punkte in 7 Mio. Flugmeilen umzutauschen. Was für den mittlerweile 50-jährigen praktisch einen lebenslangen Freiflug bedeutet. Und einen Auftritt in einem Spot der Agentur BarkleyOKRP, zusammen mit dem CEO der Fluglinie. Platziert unter anderem in den sozialen Netzwerken im Umfeld des Super Bowls.
Von der eigenen Idee begeistert ging Frontier noch einen Schritt weiter und bietet an, bis zum 22. Februar auch Guthaben aus anderen Treuprogrammen einzulösen. Wenn auch in geringerem Umfang, die Zahl der Punkte ist pro Person auf maximal 5.000 begrenzt. Ein origineller Gag ist es allemal, besonders die älteren Konsumentinnen und Konsumenten werden sich sicherlich noch an den Pepsi Jet erinnern. Damit kommt eine der skurrilsten Geschichten in der Geschichte des amerikanischen Marketings nach 30 Jahren zu einem guten Ende.
Es gibt sicherlich die unterschiedlichsten Ansätze, um mehr Aufmerksamkeit für eine Kampagne zu erzeugen. Eine davon ist die Geschichte hinter der Kampagne, besonders wenn sie auf einem wahren Ereignis beruht. Und auf einem realen Protagonisten. Die besten Geschichten schreibt eben immer noch das Leben. Wobei Frontier die Geschichte einer anderen Marke gekapert hat und damit für Gesprächsstoff sorgt, ohne einen teuren Super Bowl Spot zu buchen. Wie es die beiden Konkurrenten United und Southwest gemacht haben. Bei Frontier ersetzt die Idee das Budget.
Frontier Airlines fliegt mit rund 180 Airbus A320 und A321 überwiegend Ziele in den USA an, daneben gibt es internationale Strecken nach Mittelamerika. Markant sind die Heckleitwerke, die unterschiedliche Wildtiere aus den angeflogenen Regionen zeigen. Auf diese Besonderheit spielt eine Szene in dem Spot zur aktuellen Punktetausch-Aktion an.
