
Duell der AI-Giganten: Anthropic brachte sich beim Super Bowl gegen OpenAI in Stellung.
16.02.2026
Auch wenn AI noch nicht das beherrschende Thema war, sorgte die Kampagne von Anthropic schon im Vorfeld des Big Games für Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich, weil sie sich gegen den viel genutzten Chatbot des Konkurrenten OpenAI gerichtet hat. Genauer gesagt, gegen dessen Einführung von Werbung in den Antworten seines Chatbots. Diese Neuerung ist umstritten, weil sie die Neutralität der gegebenen Antworten in Frage stellt und die Vermutung nahelegt, dass Produkte und Dienstleistungen von Werbekunden bevorzugt erwähnt oder empfohlen werden.
Anthropic zeigt in seiner Kampagne anhand verschiedener Beispiele, wie es in der Praxis aussehen kann, wenn in die Antwort eines Chatbots eine Werbebotschaft integriert wird. Die in diesem Fall zwar eindeutig zu erkennen ist, die Nutzerinnen und Nutzer aber trotzdem sichtlich irritiert. In dem Motiv, das Anthropic während des Super Bowls geschaltet hat, fragt ein junger Mann nach Fitness-Tipps. Der Chatbot antwortet zunächst sehr sachlich, bis er fließend zu einer Produktempfehlung wechselt. Das - so die Botschaft der Kampagne - kann bei Claude von Anthropic nicht passieren: "Ads are coming to AI. But not to Claude".
OpenAI und ChatGPT werden in der sehr offensiven Kampagne zwar nicht namentlich genannt, aber es dürfte kaum jemand daran zweifeln, gegen wen sich die Spots richten. Es ist ungewöhnlich, dass in einer so frühen Entwicklungsphase einer neuen Technologie bereits der Verdrängungswettbewerb beginnt. Bisher hat sich eine neue Produktkategorie oder Dienstleistung erst etabliert, bevor der Kampf um Marktanteile eingesetzt hat. Bei den AI-Chatbots dürften manche Nutzerinnen und Nutzer eher verwirrt und verunsichert sein, denn sie sind gerade erst dabei, sich an die neue Technologie zu gewöhnen, deren Möglichkeiten kennenzulernen und sie in ihr Leben und ihre Arbeit zu integrieren.
Beim alljährlichen USA Today Super Bowl Ad Meter schnitt der Spot mit Platz 46 von 54 bewerteten Kampagnen überraschend schlecht ab.
