Sensationelle Enthüllung: Das Marken-Maskottchen von Coca-Cola bevorzugt bei einem Blindtest Pepsi. Und stürzt in eine ernste Identitätskrise.


30.01.2026

Der Schlagabtausch zwischen Marktführer Coca-Cola und Konkurrent Pepsi geht zurück bis in die 70er Jahre. Damals begannen die vergleichenden Kampagnen, die abwechselnd ironisch, amüsant und aggressiv waren. Mit immer neuen, teils überraschenden und intelligenten Ideen sorgte der offen ausgetragene Wettbewerb stets für beste Unterhaltung. Unvergessen ist etwa der Auslieferungsfahrer von Coca-Cola, der 1995 heimlich Pepsi getrunken hat. Im Laufe der Zeit hat sich der Begriff "Cola War" geprägt, der heute angesichts der Weltlage unangemessen ist.


Mittlerweile gibt es eigentlich keinen direkten Wettbewerb mehr, denn Pepsi ist auf Platz 4 zurückgefallen. Vielleicht ist es Gewohnheit, dass der ewige Verfolger unverdrossen weiter gegen Coca-Cola stichelt und darauf beharrt, dass man zumindest beim Geschmack die Nummer 1 ist. Dabei wurde das Spielfeld von den Flaggschiffen auf die Versionen Zero Sugar verlegt, um dem Trend zu bewussterer und gesünderer Ernährung zu folgen. Pepsi Zero Sugar verzeichnete 2025 ein Wachstum von 30,8 %, während die Classic-Versionen stagnieren oder sogar rückläufig sind.


Der Spot beginnt mit einer Neuauflage der beliebten Blindverkostungen, diesmal gibt ein Eisbär die Testperson. Der steht seit 1993 als Marken-Maskottchen eigentlich auf der Gehaltsliste von Coca-Cola, entscheidet sich aber für Pepsi. Er ist selber erschrocken und begibt sich umgehend zu seinem Therapeuten. Gespielt vom Oscar-prämierten Regisseur Taika Waititi, der auch bei diesem Spot Regie geführt hat. Danach irrt der Eisbär sichtlich verunsichert durch die Straßen, bis er einer Eisbärin begegnet, die ihm eine Pepsi anbietet. Damit vollzieht der Eisbär das, was der epische Soundtrack "I Want To Break Free" von Queen bereits anregt: Er löst sich von Coca-Cola, findet zu sich selber und zu Pepsi. Am Ende gehen die beiden zu einem Konzert, wo sie von der Kamera erfasst werden und auf dem großen Jumbotron erscheinen. 


Eine unmissverständliche Anspielung auf ein Ereignis während eines Coldplay Konzerts im vergangenen Sommer, das wochenlang Medien und soziale Netzwerke beschäftigt hat. Falls es nicht mehr präsent sein sollte (es gab seitdem genügend wichtigere Themen): Die Kamera fing zufällig Andy Byron und Kristin Cabot ein, den CEO und die HR-Managerin des Tech-Unternehmens Astronomer. Nachdem ihr Verhältnis auf diese Weise öffentlich wurde, mussten beide zurücktreten. So die Kurzfassung, das Drama war eigentlich vielschichtiger. Zumal sich sogar Coldplay öffentlich dazu geäußert hat. Bei Pepsi erschließt sich zwar keine nachvollziehbare Verbindung zum Geschmackstest oder zum Produkt, aber es gibt die berechtigte Hoffnung, dass in den sozialen Netzwerken über den Gag gesprochen wird. Folgen muss Pepsi nicht befürchten, ein Urheberrecht auf Seitensprünge lässt sich selbst im Mutterland der Schadensersatzklagen kaum juristisch durchsetzen. 


Der Spot hat übrigens auch eine politische Komponente, denn das von Donald Trump beanspruchte Grönland ist die Heimat von einigen tausend Eisbären. Vielleicht auch vom Cola-Bären. 


Hinter dem Spot stehen das hauseigene PepsiCo Content Studio und BBDO.