Pepsi und Sir David Beckham schreiben die Regeln neu. Was Gianni Infantino höchstens zu einem nachsichtigen Lächeln bewegen dürfte.


03.05.2026

Im Cola-Segment setzt sich fort, was bei Bier und Energy Drinks begonnen hat: Der Marktführer steht als offizieller FIFA-Sponsor auf dem Platz, während die Nummer 2 auf Ambush Marketing ausweichen muss. Was bei einem überzeugenden Konzept durchaus erfolgreich sein kann.


Pepsi tritt mit einer aufwendig produzierten, globalen Kampagne an, die Sir David Beckham neben Stella Artois das zweite Engagement rund um den FIFA World Cup 2026 beschert. An seiner Seite spielen Mohamed Salah, Vinícius Jr., der rasant einparkende Florian Wirtz und Fernsehkoch und Gastronom Gordon Ramsay.


Das Konzept ist ebenso einfach wie originell: In der Football Nation von Pepsi sollten die Fans die Regeln festlegen. Dann würde Regel 2 "They should get rid of VAR" lauten. Augenzwinkernde Ironie konnte sich Pepsi bei Regel 67 nicht verkneifen. Sie empfiehlt, die Abseitsregeln an Universitäten zu lehren. In der unausgesprochenen Hoffnung, dass sie dann vielleicht irgendjemand versteht. Der Rest des fast 3:30 langen Kernelements der Kampagne ist eine muntere Mischung aus fröhlichem Nonsens und Klamauk. Bei dem auch die Nationalspielerinnen Lauren James und Alexia Putellas einen Auftritt haben. Schließlich will Pepsi auch weibliche Zielgruppen erreichen.  


Die Regel #1 lautet "It's called football, not soccer". Was in den USA eine recht riskante Strategie ist, denn die National Football League (NFL) ist die größte Profi-Liga des Landes und American Football die mit Abstand beliebteste Sportart mit den meisten Fans. Daran wird auch der World Cup nichts ändern, die USA werden ungeachtet des immensen Aufwands seitens der FIFA und der Sponsoren keine Fußballnation. Zumal den traditionell fußballbegeisterten Latinos zurzeit nicht nach ausgelassenen Fan-Festen zumute sein dürfte.


Zu der Regel über den richtigen Namen hat sich PepsiCo. noch einen netten Gag ausgedacht. Eine Browser-Erweiterung ersetzt auf den gerade aufgerufenen Webseiten automatsch "Soccer" gegen "Football". Ausschließlich in der Ansicht, keine Daten werden gespeichert oder übertragen.


Neben dem langen Online-Video gibt es mehrere :30 Versionen zur Schaltung im linearen Fernsehen. Falls es Vorbehalte gegen die Kampagne geben sollte, greift Regel 100: "Everything Gets Settled on the Pitch."