Je nach Einstellung zu AI wirkt das Projekt von Google DeepMind beeindruckend oder verstörend.


19.07.2026

Es ist eine weitere Demonstration, was AI möglich macht und wie man Ereignisse der Geschichte rekonstruieren oder im ungünstigsten Fall verfälschen kann. Passend zum FIFA World Cup 2026 geht es um Fußball. Genauer gesagt um ein legendäres Tor von Pele am 2. August 1959, das nicht von Kameras festgehalten wurde. Für viele das schönste Tor in der Karriere des Fußball-Idols, für Google "The Most Beautiful Goal Never Seen’. Es gibt davon nur Reportagen und Augenzeugenberichte, auf deren Grundlage rekonstruiert werden sollte, wie das Tor wahrscheinlich ausgesehen hat. AI hat es dann nachgestellt, was verblüffend echt wirkt. Und genau darin liegt das Problem, denn es zeigt, dass wir schon längst nicht mehr zwischen authentisch und AI-generiert unterscheiden können. Auch nicht bei vermeintlich historischen Aufnahmen, die es nie wirklich gegeben hat.


Die 10-minütige Dokumentation entstand in Zusammenarbeit von Google und NR Sports, die Nachlass und Nutzungsrechte von Pele verwalten. Die brasilianische Historikerin Anita Lucchesi und ihr Team haben rund 2.000 Dokumente und Fotos gesichtet und Zeitzeugen befragt. Um deren Erinnerungen zu präzisieren, wurde sogar ein maßstabsgetreues Modell des Stadions gebaut.


Bei der Visualisierung der zusammengetragenen Erinnerungen kamen unter anderem Veo 3, Nano Banana Pro und Gemini Omni zum Einsatz. Zweifellos ein interessantes Experiment und Fußballfans werden fasziniert sein, aber missbräuchlich eingesetzt kann diese Technologie einen Schaden verursachen, dessen Folgen wir uns wahrscheinlich noch nicht vorstellen können. Wenn Geschichte glaubhaft neu geschrieben wird, könnte das unsere kühnsten Albträume übertreffen.