Ironie vom Feinsten: Wenn Smartphones Teil des Problems sind, soll das Pixel 11 Pro ein Teil der Lösung sein.
15.08.2026
In einem Spot zur neuesten Pixel-Generation beklagt Google eine Entwicklung, die von den eigenen Smartphones mitverursacht wurde. Klingt widersprüchlich und wahrscheinlich muss man es nicht verstehen.
Es gab schon etliche Kampagnen, in denen die Belastung durch die allgegenwärtigen sozialen Netzwerke sinnbildlich in die reale Welt übertragen wurden. Um die entsprechende Botschaft zu verdeutlichen, wird die Flut der unerwünschten Textnachrichten, Bilder, Likes und Benachrichtigungen durch die Menschen symbolisiert, die sie verschicken. Was - wenn es gut gemacht ist - durchaus unterhaltsam ist. Und nachdenklich macht, denn Spots wie diese machen deutlich, dass man das meiste nicht wirklich braucht und dass es bei etwas wesentlich Wichtigerem stört: Einem gemeinsamen Kaffee mit der Freundin.
Neben der originellen Idee lebt der Spot von Google davon, dass uns vieles vertraut vorkommen dürfte. Etwa die Information, dass jemand einen neuen Job hat. Oder die neuesten Nachrichten, politische Kampagnen oder Kontakte, die pauschal alle Fotos liken. Auch eine Benachrichtigung eines Prominenten darf nicht fehlen. Diesen Part übernimmt NBA-Profi Steph Curry mit der wichtigen Information, dass Spiel 2 in die Verlängerung geht. Eine Benachrichtigung, die natürlich keinerlei Aufschub duldet.
Wenn ausgerechnet ein Hersteller von Smartphones die Störungen durch Smartphones thematisiert, muss das einen guten Grund haben. Der ist in diesem Fall, dass das neue Pixel 11 Pro alle eingehenden Nachrichten selektiert und nur die zuvor festgelegten Quellen durchlässt. Und auch die werden nicht durch nervige Töne angezeigt, sondern durch ein dezentes Lichtzeichen. Wie in diesem Fall der Anruf der Babysitterin. Alle anderen müssen sinnbildlich draußen bleiben. Der Spot wurde In-House konzipiert, Regie führte Craig Gillespie. Und da man mittlerweile explizit darauf hinweisen muss: Vor dem Fenster des Cafés versammeln sich reale Akteure, keine AI-generierten.
Der Spot trifft zweifellos einen wichtigen Punkt. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das Problem bei den Smartphones oder nicht vielmehr bei den Nutzerinnen und Nutzern liegt. Nach einer Studie von Reviews-org beschäftigen sich 56 % der Befragten auch beim Essen mit ihrem Smartphone, 68 % auf der Toilette und 72 % während der Arbeit.
In einem Punkt ist die Symbolik von Google allerdings nicht ganz korrekt. Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass rund die Hälfte der Aktivitäten in den sozialen Netzwerken nicht mehr von Menschen, sondern von Bots und AI Agents stammen. Es ist eine interessante Herausforderung, wie man das symbolisch darstellt. Roboter sind da zu profan und einfallslos.