Liquid Death balanciert wieder auf dem schmalen Grat zwischen amüsant und makaber und geschmacklos.


01.03.2026

Diesmal mit einer Urne, die über einen eingebauten Bluetooth-Lautsprecher eine vorher auf Spotify zusammengestellte Playlist abspielt. Bis in alle Ewigkeit. Genauer gesagt, bis die Batterie alle ist. Angeblich werden wir seltener von den Geistern der Verstorbenen heimgesucht, wenn sie ihre Lieblingsmusik hören. Diese gewagte These muss man glauben, beweisen lässt sie sich nicht. Im Unterschied zum Preis des eigenwilligen Design-Objekts, der beträgt $ 495. Die Urne ist rund 30 cm hoch, 18 cm breit und wurde in einer begrenzten Stückzahl von nur 150 Exemplaren hergestellt.  


Es ist die erste Zusammenarbeit zwischen dem Quellwasser Liquid Death und dem Streamingdienst Spotify, das Ergebnis ist sicherlich Geschmackssache. Zumindest sorgt die Idee mal wieder für Diskussionen, was seit jeher eines der erklärten Ziele der Marketing-Strategie von Liquid Death ist. Passend zum Markennamen waren die Ideen meist recht morbide. So hat Martha Steward im Studio reihenweise Hände abgehackt, NBA-Star Jalen Green mit einem abgetrennten Kopf Basketball gespielt und Trevis Barker das Quellwasser für einen Einlauf empfohlen (ich bin nur der Chronist). Ein anderer Spot hat dazu geraten, Problemen beim Einschlafen mit exzessiven Gewaltfantasien zu begegnet. Etwa indem man sich vorstellt, man würde Clowns mit der Axt, einer Kettensäge oder einem Rasenmäher eliminieren. Da war Erotik-Darstellerin Cherie DeVille als Markenbotschafterin in Sachen Nachhaltigkeit noch vergleichsweise harmlos.


Liquid Death ist ein Quellwasser aus den österreichischen Alpen, das ausschließlich in 16,9 oz Dosen und nicht in Kunststoff-Flaschen verkauft wird. Die Marke wurde 2019 vom früheren Netflix Creative Director Mike Cessario gegründet und hatte zunächst die Heavy Metal und Punk Rock Szene im Auge. Subversive Provokationen gehörten von Anfang an zur Marken-Strategie, das beginnt beim Namen Liquid Death und geht bis zu dem martialischen Motto "Murder Your Thirst". Mittlerweile tendiert die Marke allerdings zunehmend in Richtung Mainstream. Die Dosen stehen in Supermärkten wie Walmart, Whole Foods, Publix und Albertsons, bei Target und in den Convenience-Stores von 7-Eleven in den Regalen. Ein weiterer Schritt in Richtung Mainstream war der erste Super Bowl Spot, den Liquid Death im Februar 2025 geschaltet hat. Mit dem Auftritt vor über 120 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauern ist die Marke endgültig aus ihrer Nische herausgewachsen.