
Skurrile Idee von MilkPEP: Ein bekannter Rechtsanwalt vertritt Kinder gegen Zombies.
30.08.2026
Um das Außergewöhnliche an dem Spot zu verstehen, muss man John Morgan kennen. Er ist Gründer der auf Schadensersatzklagen spezialisierten Kanzlei Morgan & Morgan und in den USA ein mittlerweile weithin bekanntes Gesicht. Was daran liegt, dass er 1989 als eine der ersten Rechtanwälte mit massiven TV-Kampagnen begonnen hat, mit denen er unter anderem Mandanten für Sammelklagen sucht. Als Pionier der Fernsehwerbung war er unter Juristen umstritten, heute gehören solche Spots längst zum Alltag. Morgan & Morgan ist in allen Bundesstaaten aktiv und beschäftigt über 1.000 Anwälte.
Starke Auftritte ist man aus den Kampagnen von John Morgan gewohnt, aber als Markenbotschafter für Milch hätte man ihn wohl nicht vermutet. So abstrus wie diese Verbindung ist auch der Inhalt des satirisch gemeinten Spots. John Morgan kommt Eltern zu Hilfe, deren Kinder Milch trinken und deren besser entwickeltes Gehirn deshalb von Zombies begehrt wird. Klingt schräg? Ist es auch. Das Fazit der Kampagne: Zombies gibt es glücklicherweise nicht, die positiven Eigenschaften von Milch schon. Eine weitere Besonderheit der Kooperation ist, dass John Morgan den Spot der Agentur GALE auch auf seinem eigenen Instagram Account gepostet hat. Als "Paid Partnership".
Hinter der Kampagne steht MilkPEP, eine 1990 von der amerikanischen Milchwirtschaft gegründete Initiative, die über vielfältige Kanäle über Milch informiert, Daten und Fakten bereitstellt und mit Marketing-Aktivitäten wie dieser die Nachfrage erhöhen soll. Finanziert wird die Arbeit von der Milchwirtschaft und der Regierung.
Goodby Silverstein & Partners hat in den 90er Jahren die ikonische Kampagne "Got Milk?" entwickelt, deren erster Spot bis heute legendär ist. Ein junger Mann wird als Kandidat eines Fernsehquiz angerufen und weiß die richtige Antwort "Aaron Burr". Leider kann er nicht verständlich sprechen, da er gerade einen trockenen Cookie im Mund hat. So entgeht ihm der Gewinn, nur weil keine Milch zur Hand war. Im Laufe der Jahre traten unzählige Prominente in der Kampagne des MilkPEP (Milk Processor Education Program) auf, unvergessen unter anderem die nächtliche Jagd von Salma Hayek nach Milch. Die letztlich vergeblich war. Die Strategie war ungewöhnlich: Es sollten nicht die ohnehin bekannten Vorzüge von Milch bekräftigt werden, sondern mögliche Nachteile, wenn man keine Milch trinkt oder keine vorhanden ist.