Grotesk oder genial? Netflix lässt einen Schauspieler in einem Billboard wohnen. Um für den Film "The Last House" zu werben.


08.08.2026

Das klingt nicht nur ziemlich schräg, das ist es auch. In Los Angeles können Passantinnen und Passanten gerade live erleben, wie sich einer der Protagonisten des neuen Films "The Last House" fühlt. In dem Science-Fiction Mystery-Streifen geht es um eine Familie, die durch unerklärliche Kräfte daran gehindert wird, ihr Haus zu verlassen. Mit der Außenwelt kann sie nur über handgeschriebene Schilder kommunizieren, genau wie der Mann in seinem Billboard. Ein beklemmendes und zutiefst beunruhigendes Szenario, das ein Gefühl dafür gibt, wie es der Familie im Film ergangen sein muss. Sie ist mitten in ihrer vertrauten Umgebung und doch weitgehend isoliert und hilflos.


Die Resonanz auf das einzigartige Experiment mit einem bewohnten Billboard ist erwartungsgemäß gemischt und reicht von neugierig und nachdenklich bis zu ablehnend. Weil die Situation für den Betroffenen erniedrigend ist und er zu Werbezwecken öffentlich zur Schau gestellt wird. Was an mittelalterliche Bestrafung in Schandkäfigen erinnert. Zumindest hat die Aktion die erhoffte Resonanz gebracht, von NBC, CBS, Fox und ABC bis zu Reuters, USA TODAY und E! News haben etliche reichweitenstarke Medien ihre Reporter und Kamerateams zu dem Billboard geschickt und ausführlich darüber berichtet. Das Billboard war im Vorfeld der Film-Premiere vom 6. bis 8. August bewohnt, gegen Ende hat eine Frau den Mann abgelöst.


Bei dem ungewöhnlichen Konzept wird das Billboard zum Teil der Geschichte und verbindet die Außenwerbung mit dem Ort der Handlung. Was das Erlebnis für die Passantinnen und Passanten wesentlich eindringlicher macht als herkömmlichen Billboards.     

[Video: Netflix / X]