
Orchid bestätigt die Vermutung, dass AI zunehmend die Planung unseres Lebens übernimmt.
31.07.2026
Ein Spot für den Personal Assistant des AI-Startups Orchid wirft die existenzielle Frage auf, wo die unterstützende Hilfestellung endet und wo die Auslagerung unseres persönlichen Alltags beginnt. Die Geschichte erzählt von einer jungen Frau, deren Partner offenbar den Hochzeittag vergessen hat. Da wir in der AI-Ära leben, beauftragt sie Orchid damit, ihn daran zu erinnern und ihn behutsam durch alle Vorbereitungen des besonderen Tags zu führen. Von der Reservierung für das Dinner bis zu den richtigen Blumen. Vielleicht sollte Orchid lieber Adressen von Paartherapeuten anzeigen. Oder von Scheidungsanwälten.
Verstörend dabei ist, dass Orchid die junge Frau auf dem Laufenden hält, ohne dass ihrem Partner das bewusst ist: "He thinks he planned it himself. He's very proud". Was wohl bedeutet, dass sich die AI auch noch lustig über uns macht. Und der irritierende Spot zeigt noch etwas anderes: Unser Alltag ist längst nicht mehr selbstbestimmt.
Orchid ist das neueste Beispiel für ein erstaunliches Phänomen, das schwer zu erklären ist. Bei aller technologischen Brillanz haben die Anbieter von AI-Anwendungen bei ihrem Marketing noch viel Luft nach oben. Nur selten ist es bisher gelungen, einen tatsächlichen Mehrwert zu vermitteln und gleichzeitig die Bedenken und Vorbehalte zu entkräften.